TACHELES 2026: Wenn 120 Menschen gemeinsam den AVF-Nebel lichten

Mit rund 120 Teilnehmenden hat sich die vierte TACHELES-Konferenz am 07. und 08. Mai 2026 in Karlsruhe erneut vergrößert. Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und öffentlicher Hand diskutierten zwei Tage lang zentrale Fragen rund um autonomes und vernetztes Fahren (AVF) – mit einem klaren Fokus auf Europas Innovationsfähigkeit, technologische Souveränität und strukturelle Defizite.

Keynotes und Fachvorträge setzten den politischen Rahmen

Die Keynotes am ersten Konferenztag machten deutlich, dass sich die Diskussion über autonomes Fahren zunehmend von einzelnen Technologien hin zu systemischen Fragen verschiebt. Themen wie Datenverfügbarkeit, Geschwindigkeit von Entwicklungszyklen und internationale Wettbewerbsdynamiken – insbesondere im Vergleich zu China – prägten den Auftakt. Die Szenarienworkshops am ersten Konferenztag vertieften diese Fragen auf operativer Ebene und machten deutlich, dass funktionierende Ökosysteme zum zentralen Erfolgsfaktor werden. Abgerundet wurde der erste Konferenztag mit einem Showcase am FZI Forschungszentrum Informatik, der die vielseitigen Forschungsfelder im Bereich autonomer und vernetzter Mobilität aufzeigte.

Technologische Schwerpunkte: KI und Simulation in der Umsetzung

Der zweite Konferenztag rückte die technologischen Grundlagen stärker in den Fokus – mit einer klaren industriepolitischen Dimension. Die drei Tech-Workshops am zweiten Tag übersetzten die übergeordneten Fragestellungen in konkrete technologische Handlungsfelder. Im Fokus standen Automotive Foundation Models, der Einsatz von Simulation und synthetischen Daten zur Bewältigung sicherheitskritischer Szenarien sowie neue Ansätze wie Agentic und Embodied AI, die autonome Systeme robuster und adaptiver machen sollen. In allen drei Formaten wurde deutlich, dass die Technologien grundsätzlich vorhanden sind, ihre Wirkung jedoch stark von gemeinsamen Datenräumen, standardisierten Schnittstellen und koordinierten Entwicklungsprozessen abhängt. Über alle Programmpunkte hinweg zeigte sich ein konsistentes Bild: Die zentralen Herausforderungen liegen weniger in einzelnen Technologien als im Zusammenspiel von Akteuren, Prozessen und Rahmenbedingungen.

Beim Abschlusspanel stand die Frage im Mittelpunkt, welche konkreten Konsequenzen sich aus den Diskussionen für Politik und Industrie ableiten lassen. Die Panelistinnen und Panelisten adressierten dabei insbesondere bestehende Hemmnisse durch regulatorische Rahmenbedingungen und Datenschutz, identifizierten prioritäre Investitionsfelder und diskutierten, welche Technologien für Europa als entscheidend gelten können. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Herausforderungen weniger in fehlenden Erkenntnissen liegen, sondern in der Umsetzung.

TACHELES 2026 hat gezeigt, dass die technologischen Grundlagen für autonomes und vernetztes Fahren weiter voranschreiten. Gleichzeitig liegt der zentrale Handlungsbedarf auf struktureller Ebene. So viel ist gewiss: Die Themen für eine nächste TACHELES-Konferenz 2027 werden nicht ausgehen.

EICTs Rolle

EICT hat für den Kunden FZI Forschungszentrum Informatik erneut sein Netzwerk sowie seine komplette Kommunikations- und Veranstaltungsexpertise in die Planung, inhaltliche Ausgestaltung, Organisation und Durchführung eingebracht.

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Bild: FZI/Sandra Göttisheim

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